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Büroreinigung: Wie oft ist wirklich nötig?

6 Min. LesezeitGebäudereinigung Experten
Büroreinigung: Wie oft ist wirklich nötig?

Die meisten Büros werden entweder zu gleichmäßig oder zu selten gereinigt. Zu gleichmäßig heißt: jede Fläche im selben Rhythmus, obwohl sich der Schmutzeintrag stark unterscheidet. Zu selten heißt: gespart wird ausgerechnet dort, wo es hygienisch relevant ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sanitärbereiche und Küchen gehören bei täglicher Nutzung in den täglichen Turnus.
  • Kontaktflächen wie Klinken und Taster sind hygienisch relevant, auch wenn sie sauber aussehen.
  • Bürotische und Verkehrsflächen vertragen einen längeren Rhythmus als oft angenommen.
  • Homeoffice-Quoten haben den sinnvollen Turnus in vielen Büros verschoben.
  • Ein gestaffelter Turnus ist meist günstiger als ein pauschal hoher über alle Flächen.

Die drei Zonen eines Büros

Für die Turnusplanung lohnt es, ein Büro in drei Zonen zu denken. Erstens die Hygienezone: Sanitärbereiche, Küche, Kontaktflächen. Zweitens die Verkehrszone: Eingang, Flure, Treppen, Aufzug. Drittens die Arbeitszone: Schreibtische, Besprechungsräume, Ablagen.

Der Schmutz- und Keimeintrag verteilt sich sehr ungleich auf diese Zonen. Die Hygienezone ist unabhängig von der Optik täglich relevant, die Verkehrszone folgt dem Wetter und der Frequenz, die Arbeitszone ist überwiegend eine Frage des Erscheinungsbildes.

Was täglich sein sollte

Bei täglicher Nutzung gehören Sanitärbereiche in den täglichen Turnus – vollständig, also inklusive Becken, Armaturen, WCs, Urinale, Spiegel, Spender und Boden. Das ist keine Frage der Optik: Sanitärbereiche sind der Ort, an dem ein Reinigungsvertrag am ehesten hygienisch relevant wird.

Ebenfalls täglich: Abfallentsorgung in Küche und Sanitär, die Küchenarbeitsfläche und die Spüle sowie die Kontaktflächen mit hoher Frequenz – Türklinken zu Sanitär und Küche, Aufzugtaster, Handläufe, Wasserhähne.

Was seltener genügt

Schreibtischflächen brauchen selten mehr als zwei bis drei Durchgänge pro Woche, wenn nicht gegessen wird. Fensterbänke, Schrankoberseiten, Sockelleisten und Heizkörper liegen sinnvoll im Monats- oder Quartalsrhythmus. Innenglasflächen wie Trennwände und Bürotüren aus Glas hängen stark davon ab, wie viel Publikumsverkehr es gibt.

Wer diese Flächen in denselben täglichen Turnus nimmt wie die Hygienezone, zahlt spürbar mehr, ohne dass jemand den Unterschied bemerkt. Umgekehrt fällt es sofort auf, wenn im Sanitärbereich ein Tag ausgelassen wird.

  • Schreibtische, freigeräumt feucht: 2–3× pro Woche
  • Verkehrsflächen und Flure: täglich bis 3× pro Woche, im Winter häufiger
  • Fensterbänke, Ablagen, Sockelleisten: wöchentlich bis monatlich
  • Heizkörper, Schrankoberseiten, Lampen: quartalsweise
  • Innenglas und Glastrennwände: wöchentlich bis monatlich

Homeoffice verändert die Rechnung

In vielen Büros ist die Belegung seit der Umstellung auf hybride Arbeit deutlich niedriger und ungleich über die Woche verteilt. Typisch sind volle Dienstage und Mittwoche und sehr leere Freitage. Ein Turnus, der montags bis freitags gleich hoch liegt, geht daran vorbei.

Sinnvoller ist ein Turnus, der der Belegung folgt: die Hygienezone an den Tagen nach hoher Belegung, die Arbeitszone entsprechend seltener. Das setzt allerdings voraus, dass die Belegung halbwegs stabil ist – bei stark schwankender Anwesenheit ist ein fester Rhythmus am Ende doch verlässlicher.

Wo Sparen sich rächt

Es gibt zwei Stellen, an denen ein zu niedriger Turnus teuer wird. Die erste ist der Sanitärbereich: Kalk und Urinstein bauen sich auf, und was einmal fest sitzt, braucht eine Grundreinigung mit sauren Mitteln statt ein paar Minuten täglicher Arbeit.

Die zweite sind Eingangsbereiche und Verkehrsflächen bei Nässe. Streusalz und Schmutzwasser greifen Bodenbeläge an und werden im ganzen Gebäude verteilt. Eine gute Schmutzfangzone im Eingang – drei Schrittlängen, nicht eine Matte – spart in der Reinigung mehr, als sie kostet.

Häufige Fragen

Reicht Büroreinigung zweimal pro Woche?

Für die Arbeitszone in einem Büro mit moderater Belegung meist ja. Für Sanitärbereiche bei täglicher Nutzung nicht – dort ist ein täglicher Turnus der Normalfall. Ein gestaffelter Turnus löst das, ohne die Gesamtkosten hochzutreiben.

Werden Schreibtische mit Unterlagen gereinigt?

Nein. Reinigungskräfte räumen keine Unterlagen weg, sondern wischen die freien Flächen. Wer vollständig gereinigte Tische möchte, braucht eine Clean-Desk-Regelung im Haus – die Reinigung kann sie nicht ersetzen.

Wie oft sollten Büroteppiche gereinigt werden?

Saugen gehört in den laufenden Turnus, üblicherweise zwei- bis dreimal pro Woche in Verkehrszonen. Eine Sprühextraktion oder Grundreinigung des Teppichs ist je nach Beanspruchung ein- bis zweimal jährlich sinnvoll.

Sollten Bildschirme und Tastaturen mitgereinigt werden?

Nur wenn es ausdrücklich vereinbart ist. Elektronik verlangt eigene Mittel und Vorsicht, und die Haftungsfrage bei einem Schaden ist ohne Vereinbarung unklar. Üblich ist ein eigener Turnus, etwa monatlich.

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